Vorstadt-Gräfin (Elisabeth)

1908 - Todeszeitpunkt unbekannt, Schweiz

Elisabeth wurde 1908 als einzige Tochter eines italienischen Maurers im Kanton Waadt in der Schweiz geboren. Über ihre Kindheit und Jugend ist wenig bekannt.

In der Schule musste sie eine Klasse wiederholen. Sie heiratete sehr jung einen waadtländischen Gemüsebauern, der Alkoholiker wurde und 1961 an einem Schädelbruch mit Delirium tremens starb. 1933 bekam das Paar einen Sohn. Elisabeth liebte die Arbeit im Freien im Zusammenhang mit ihrer Gemüsekultur. 1955 mussten sie ihr kleines Haus verkaufen. Die damit verbundene Übersiedlung in die Stadt bedeutete für sie den Verlust alles Lebenswerten und ging mit schweren depressiven Verstimmungen einher.

1956, als sich ihr psychischer Zustand verschlechterte, kam sie das erste Mal mit Wahnvorstellungen in die psychiatrische Universitätsklinik nach Lausanne. Unzählige Aufenthalte folgten. Sie verlor viel Gewicht und besuchte seit 1964 das Malatelier in der Psychiatrie. Elisabeth selbst gab sich den Titel "Vorstadtgräfin". Die Themen in ihren Zeichnungen sind Menschen, Tiere, Gut und Böse, Liebe und Leid. Ihre Werke spiegeln die Probleme des Lebens einer einfachen Frau, aber auch ihre Wünsche nach Grösse und Macht.

Alfred Bader, ehemaliger leitender Arzt in der Psychiatrischen Universitätsklinik in Lausanne, widmete der 'Vorstadtgräfin' ein Kapitel in seinem mit Leo Navratil verfassten Buch "Zwischen Wahn und Wirklichkeit" ( Verlag C.J. Bucher, Luzern, Frankfurt/M., 1976, S. 255-260).

1970 hörte Elisabeth im Zuge einer schweren Depression mit dem Zeichnen auf.

 

Ausgewählte Werke