Raimundo Camilo

*1939 (bzw. 1943), Brasilien

Raimundo Camilo wurde im Nordosten Brasiliens geboren und übersiedelte in jungen Jahren nach Rio, um dort am Bau oder in Küchen zu arbeiten.

Nachdem er von einem Arbeitgeber nicht bezahlt wurde, irrte er mittellos durch die Straßen. Er kam schließlich 1964 in das psychiatrische Krankenhaus Colonia Juliano Moreira, wo er fast 50 Jahre lebte. Heute lebt er mit seiner Familie in Ceará. In Erinnerung an seine Erlebnisse zeichnet er meist doppelseitige Geldscheine, die er jedoch selbst nicht als Kunst, sondern als seine Arbeit betrachtet. Von Zeit zu Zeit verteilt er sein Geld und kann sich als Armer anderen Armen gegenüber großzügig erweisen. Oft arbeitet er vor seinem Bett kniend mit Recyclingmaterialen, Drucksorten und Packpapier. Seine Farben stellt er selbst her, beispielsweise aus Kaffee, und benutzt außerdem Tinte und Kugelschreiber. Häufig weisen seine Kunstwerke eine rot-violette, an den Bodensatz von Rotwein erinnernde Farbe auf. Die Vorderseite seiner Geldscheine zeigen auch Könige oder Banditen seiner eigenen Deutung entsprechend. Die Ziffer ‚1‘ wird oft durch einen Vogel symbolisiert und durch eine lange Reihe von ‚0‘ ergänzt, um den Wert der Geldscheine zu zeigen. Er avancierte mit seinem eigenen Geldsystem zu einem bedeutenden Art Brut-Künstler Brasiliens.

Raimundo Camilo wird durch die Pariser Galerie christian berst art brut vertreten. Seine Werke befinden sich beispielsweise im LaM, Villeneuve d‘Ascq, Frankreich, im Museum of Everything des Londoner Sammlers James Brett, und in der Sammlung Gerhard und Karin Dammann, Schweiz.

 

Ausgewählte Werke