Mehrdad Rashidi

*1963, Iran/Deutschland

Mehrdad Rashidi wurde in Sari, im Norden des Iran geboren und lebt seit vielen Jahren in Deutschland. Obwohl die Zeit seiner Kindheit durch moderne Kunst aus dem Westen beeinflusst war, kannte er die damaligen künstlerischen und intellektuellen Entwicklungen nicht, da er in der Provinz aufwuchs.

Er hat den Iran 1983 gemeinsam mit seinem Bruder zu Fuss und ohne Dokumente verlassen über Pakistan, Afghanistsn und die ehemalige Sowjetunion. Natürlich als politische Gegner der Islamischen Revolution im Iran. Mehrdad Rashidi blieb fünf Jahre in Moskau und studierte dort Publizistik an der Universität. Später emigrierten die beiden Brüder nach Düsseldorf, wo er seither lebt. Dort arbeitete er zunächst als Rezeptionist in einem Hotel, später im Verpackungsbereich einer Fabrik. Mehrdad Rashidi führt ein einfaches und ruhiges Leben, grossteils seiner Kunst gewidmet. Über eine lokale Kunstinitiative kam Mehrdad Rashidi auf die Idee, künstlerisch tätig zu sein. 2006 begann er mit Kugelschreiber und Tusche auf Papieren und Materialien, die er in seiner Umgebung findet, wie beispielsweise Karton, alte Buchseiten, gebrauchte Kuverts oder Holz, zu zeichnen. Seine Zeichnungen lassen ihn seither nicht mehr los. Er zeichnet ständig. Seine Kompositionen weisen wellenartige Formen auf, zumeist miteinander zusammenhängende Köpfe oder Gesichter von Menschen, manchmal auch Tiere. Sie wirken wie von der traditionellen und ornamentalen Kunst seiner Heimat inspiriert. Mehrdad Rashidi sieht sich selbst in der Tradition der Kalligrafie. Er hat auch Gedichte auf Farsi verfasst, die er in seine Zeichnungen integriert. Beeinflusst ist er von seiner Kindheit, seinen Gedichten und was er von der Natur durch seine Phantasie angestossen, wahrnimmt, wie beispielsweise Wolkenformationen oder Bäume oder Rhytmen. Seine Zeichnungen scheinen auch organisch zu wachsen. Er erklärt seine Kunst kaum, denn er ist überzeugt, dass alles aus seiner Seele kommt.

Seine Arbeiten finden sich auch in der Collection de l'Art Brut in Lausanne. In den Fascicule 26 hat Edward M. Gómez 2018 einen Artikel über Mehrdad Rashidi publiziert.

 

Ausgewählte Arbeiten