Martha Grunenwaldt

1910 bis 2008, Belgien

Martha Grunenwaldt (auch Grünenwaldt geschrieben) wurde in Hamme-Mille, im Wallonischen Brabant, Belgien, geboren. Schon als Kind kam sie mit dem Geigenspielen in Berührung, da ihr Vater bei Dorfbällen oder in Lokalen mit ihren beiden Brüdern und ihr auftrat.

Auf diese Weise eine Lebensgrundlage zu bestreiten, war eine Herausforderung. Sie verfügte über keinen Schulabschluss. Schließlich heiratete sie einen Musiker und bekam ihre Tochter Josine. Während des zweiten Weltkriegs verließ sie ihren Mann und verlor das Sorgerecht für ihre Tochter. Sie arbeitete 28 Jahre als Magd bei einem Bauern. 1968 holte Josine ihre Mutter in ihre Familie, wo sie bis 2004 lebte. Erst 1981, mit 71 Jahren, begann sie zu zeichnen, nachdem sie ihre Enkel dabei beobachtete. Dann arbeitete sie regelmäßig, diszipliniert und verbrachte ihre Tage mit dem Zeichnen. Mit einer Ausstellung bei Art en Marge in Brüssel begann ihre künstlerische Entdeckung. Ab 1991 fanden Ausstellungen im Musée de la Création Franche in Bègles statt. Raw Vision widmete ihr 2003 ein Porträt. Ihre Familie reagierte skeptisch hinsichtlich des öffentlichen Interesses. Sie war und blieb eine Einzelgängerin. Anfangs verwendete sie A4-Blätter und Bleistift und Farbstifte. Mit der Zeit ging sie zu größeren Formaten über. So nutzte sie die Rückseiten von Plakaten ihrer Tochter, einer Umwelt-Aktivistin in der belgischen Gemeinde Mouscron, wo sie wohnten. Sie arbeitete auch auf Kartons, Packpapier, Käseschachteln und Elektrokardiogramm-Papier. Ihre Bildsprache wirkt ornamental, wie aus farbenprächtigen Mustern zusammengesetzt. Im Mittelpunkt stehen immer wieder bunte Frauengesichter im Zusammenhang mit unterschiedlichen Motiven, wie Blumen, Vögel, Gebäude, Autos und Geigen. Ihre Werke finden sich in vielen öffentlichen und privaten Sammlungen, wie beispielsweise der Collection de l‘Art Brut, Lausanne, dem LaM, Villeneuve d‘Ascq, Frankreich, der Collection abcd/Bruno Decharme, Frankreich, und der Collection Eternod & Mermod, Schweiz.

 

Ausgewählte Werke