Scottie Wilson

1888 bis 1972, Schottland/Kanada

Scottie Wilson wurde als Louis Freemann in Glasgow, Schottland geboren. Er hat nur kurz die Schule besucht, blieb Analphabet und half seiner Familie, indem er Zeitungen auf der Straße verkaufte.

Mit 16 Jahren ging er zur Armee, danach arbeitete er auf Jahrmärkten, im Zirkus und eröffnete schließlich ein kleines Geschäft in London. Während des 1. Weltkriegs war er an der West-Front. Nach dem Krieg emigrierte er nach Toronto, Kanada, wo er wieder ein Geschäft betrieb. 1928, mit 40 Jahren, begann er im Hinterzimmer seines Geschäfts zu zeichnen. Seine Anfänge des Zeichnens beschrieb er wie unter Einfluss eines Mediums. Später übersiedelte er nach Vancouver, wo er ausschließlich zeichnete. Nach dem 2. Weltkrieg kehrte er nach London zurück, wo er seine Zeichnungen auf Märkten oder in selbstorganisierten Ausstellungen auf ungewöhnlichen Plätzen, wie beispielsweise vor Kinos, verkaufte. Er zeichnete die Konturen seiner Gegenstände – Fische, Figuren, Vögel, Selbstporträts – in schwarzer und weißer Tusche, dann schraffierte er sie mit verschiedenfärbiger Tusche. Dies erzeugt einen subtilen Effekt der Durchsichtigkeit. Jean Dubuffet und Pablo Picasso sammelten ihn. Royal Worcester liess ihn eine Geschirrserie bemalen. Seine Werke befinden sich u.a. im MoMA, New York, und in der Tate, London. Er findet sich auch in zahlreichen Art Brut-Sammlungen weltweit, wie beispielsweise der Collection Eternod & Mermod, Schweiz, und in der Audrey B. Heckler Collection, USA.

 

Ausgewählte Werke