Giordano Gelli

1928 bis 2011, Italien

Giordano Gelli arbeitete im Centro di Attività Espressive La Tinaia in der neuropsychiatrischen Klinik Vincenzo Chiarugi in Florenz in Italien. La Tinaia war 1964 entstanden.

Der Name leitet sich von „,tini“, das sind Weinbottiche, ab, die in dem kleinen Wirtschaftsgebäude im Klinikpark aufbewahrt wurden. Initiator war der Psychiater Franco Mori, der auf die neue Situation psychisch kranker Menschen reagieren wollte, die auf Grund verbesserter pharmakologischer Behandlungen eine verringerte stationäre Betreuung benötigten. Massimo Mensi und Giovanni Buccioni, beide Pfleger und nichtprofessionelle Künstler, riefen das Atelier ins Leben, das ohne therapeutisches Programm künstlerische Aktivitäten förderte. Giordano Gelli zählt zu den bedeutendsten Künstlern von La Tinaia. Er arbeitete mit unterschiedlichen Materialien wie Holz, Ton, Papier oder Leinwand. Er malte kräftig und bestimmt und verwendete starke Farben. Typisch für seinen Stil sind Köpfe und Gesichter, die durch ihre schematische Einfachheit wirken und oft autobiografisch gedeutet sowie mit Gefühlen von Einsamkeit assoziiert werden. In seiner späten Phase arbeitete er im Malatelier des Museum Luigi Pecci in Prato in Italien, wo er bis zuletzt von Beatrice Nabholz betreut wurde. Seine Arbeiten finden sich in wichtigen Museen und Art Brut-Sammlungen, wie beispielsweise in der Sammlung Gerhard und Karin Dammann, Schweiz, und der Sammlung Susi Brunner, Schweiz.

 

Ausgewählte Werke