Jacqueline Bartes

*1928, Frankreich

Jacqueline Bartes wurde 1928 in Perpignan, im Süden Frankreichs, geboren, als uneheliches Kind, das von beiden bereits verheirateten Eltern nicht anerkannt wurde.

Dennoch kümmerte sich ihr Vater mit der Zustimmung seiner Frau um sie, bis zu deren Scheidung. Bis zur nächsten Heirat ihres Vaters 1933 war sie zuerst in der Obhut von Hausangestellten und danach in einem Pensionat im Département Alpes-Maritimes. Sie war so abgemagert und zurückgeblieben, dass die neue Frau ihres Vaters sie nach Hause nahm. Im Schulunterricht wurde deutlich, dass Jacqueline ein Problem in ihrer Entwicklung hatte, was dazu führte, dass sie, bis sie 12 Jahre alt war, in eine Sonderschule kam. Während des Kriegs kehrte sie in die Familie ihres Vaters zurück. Sie war anstrengend und wurde daher religiös geführten Einrichtungen anvertraut. 1951, mit 23 Jahren, zog sie wieder zu ihrem Vater, in einem psychisch labilen Zustand. Sie hatte ausbildungsmässig nur lesen und schreiben gelernt.

1952 begann sie zu zeichnen. 10 Jahre zeichnete sie jeden Nachmittag mit viel Freude. Danach kam sie in ein Pflegeheim in der Nähe von Grasse, wo sie nur selten und mit wenig Engagement ihre künstlerische Tätigkeit forsetzte. In den 1960er Jahren entdeckte sie Jean Dubuffet, kaufte ungefähr 15 Arbeiten und widmete ihr einen Artikel in den Fascicule de l' Art Brut, # 4, 1965, und stellte sie 1967 im Musée des Arts décoratifs in Paris aus. Sie gilt als Klassikerin der Art Brut. Ihr Oeuvre umfasst rund 1000 Arbeiten. Sie verwendete hauptsächlich schwarze Tusche und Buntstifte für unterschiedlichste Themen. Ihr formales Universum reicht von figurativ bis abstrakt. Ihre Arbeiten finden sich u.a. in der Collection de l'Art Brut in Lausanne, in der Collection abcd von Bruno Decharme, Paris, in der Sammlung Amr Shaker, Genf, und in der Sammlung von Karin und Gerhard Dammann.

 

Ausgewählte Arbeiten