Julius Bockelt

*1986, Deutschland

Julius Bockelt wurde in Frankfurt am Main geboren. Er arbeitet seit 2004 im Atelier Goldstein in Frankfurt am Main und verfolgt ein klares künstlerisches Konzept, in dessen Mittelpunkt die Grenzen der Wahrnehmung und metaphysische Themen stehen.  

Sein ganz eigenständiges zeichnerisches und fotografisches Werk beruht auf visuellen und auditiven Phänomenen. Für diese Arbeiten recherchiert er wissenschaftlich vor allem Wolkenformationen und Himmelszustände und fotografiert diese auch. Darüber hinaus beschäftigt er sich mit dem Prozess der Manipulation von Seifenblasen. Auf unregelmäßig geschnittenem Papier folgen der ersten mit einem Tuschestift gezeichneten Linie weitere feine Linien in Form einer Reihung "...die sich darüberlegen und leicht verdreht zu einer fragilen, flirrenden Komposition wachsen." (Christiane Cuticchio, in Hannah Rieger (Hg.), Kunst, die verbindet, Wien 2014, S.75). Für seine vielfältigen Klangstudien nutzt Julius Bockelt u.a. Computer, seine eigene Stimme und manipulierbare Tasteninstrumente, um Kompositionen zu erzeugen, die um Themen wie Interferenz und Zufall kreisen. "Trotz der wachsenden Komplexität seines Werkes, bleibt es in seinen inneren Bezügen stets lesbar und transparent. Die übergeordneten Motive all seiner Werkgruppen sind Schwingung und Vergänglichkeit" (Sven Fritz, in christian berst art brut (ed.), julius bockelt, ostinato, Paris 2021, S. 19.

Eine ganz andere Dimension seiner Kunst ist der Christus als 2,80 Meter hohe Skulptur aus Eiche mit ausgebreiteten Armen in der Marien Kirche Aulhausen. In dreijähriger Arbeit hat Julius Bockelt - mit Unterstützung eines Holzspezialisten - diese Figur im Altarbereich produziert. Die Arbeit erfolgte im Kontext des Atelier Goldstein-Projekts der Neugestaltung der Zisterzienserinnenkirche aus dem frühen 13. Jahrhundert. Üblicherweise fertigt er kleine Figuren aus Holz oder PVC. 2016 wurde die Dokumentation dieses Projekt unter dem Titel "Von der Unbegreiflichkeit Gottes" im Rahmen von parallelen Ausstellungen im Haus am Dom, im Dommuseum sowie im Zollamtssaal in Frankfurt am Main gewürdigt. 2021 stellte ihn der Pariser Galerist Christian Berst im Rahmen einer Einzelausstellung mit dem Titel "Ostinato" aus. 

Zeichnungen von Julius Bockelt finden sich beispielsweise in der Collection abcd/Bruno Decharme, Frankreich, im The Museum of Everything, Großbritannien und in der Sammlung Treger und Saint Silvestre, Portugal. Julius Bockelt ist seit 2021 im Kontext der 921 Werke umfassenden "Donation d'Art Brut de Bruno Decharme" im Centre Pompidou, Paris, vertreten.

 

Ausgewählte Arbeiten