August Walla

1936 bis 2001, Österreich

August Walla wurde in Klosterneuburg in Niederösterreich als einziges Kind der damals bereits 40jährigen Aloisia geboren, die als Postangestellte arbeitete. Der Vater wollte nicht heiraten, zahlte aber Alimente.

August wuchs bei seiner Mutter und Großmutter auf. Bereits in der Schule zeigten sich psychische Probleme. 1941 kam er in das berüchtigte Erziehungsheim „,am Spiegelgrund“ in Wien. 1943 bis 1944 lebte er in der Wiener Städtischen Nervenklinik, bevor er an die Erziehungsanstalt Biedermannsdorf überstellt wurde, was er überlebte. Ab 1945 lebte er wieder bei seiner Mutter und schloss 1951 eine Hilfsschule ab. 1952 kam er erstmals für ein Jahr in die Heil- und Pflegeanstalt Gugging. Danach wohnte er wieder mit seiner Mutter, teilweise in Notunterkünften, teilweise in Pflegeheimen. 1970, nachdem ihn die Mutter wieder in die Klink gebracht hatte, entdeckte Leo Navratil sein künstlerisches Talent. In diesem Zusammenhang besuchte er August Walla auch in dessen Garten in der Klosterneuburger Au und fand dort unzählige scheinbare nutzlose Gegenstände versehen mit mystischen Schriften, Symbolen und Worten. Das geschriebene Wort war für ihn das Instrument der Kommunikation, da er außer mit seiner Mutter kaum mit jemandem sprach. August Walla zählt zu den universellsten Art BrutKünstlern. Bereits früh hat er begonnen, die gesamte Umgebung in sein künstlerisches Schaffen einzubeziehen. Er schrieb, kombinierte Schriften und Malerei, kreierte Objekte und fotografierte. 1983 übersiedelte er gemeinsam mit seiner Mutter aus einer alten Kaserne in Klosterneuburg in das Haus der Künstler. Sein völlig bemaltes Zimmer im Haus der Künstler ist ein eigenes – heute museales – großes Kunstwerk, das seinen Kosmos spiegelt. Er hatte eine individuelle Mythologie mit eigenen Göttern und Symbolen geschaffen. Er starb an einem akuten Krebsleiden. Seine Arbeiten finden sich in fast allen großen internationalen Art BrutSammlungen.

 

Ausgewählte Werke