Nek Chand

1924 bis 2015, Pakistan/Indien

Nek Chand Saini – so sein voller Name – wurde in eine Hindu Familie in dem Dorf Berian Kalan nahe Lahore in Pakistan geboren und kam im Zuge der Teilung Indiens und Pakistans als Vertriebener in das Exil nach Chandigarh.

Er heiratete 1950 und hatte zwei Kinder. Ab 1957 arbeitete er als Straßeninspektor. Chandigarh wurde in den 1950er Jahren von Le Corbusier und anderen Architekten erbaut und ist nun DoppelHauptstadt der beiden indischen Bundesstaaten Punjab und Haryana. Nach seiner Arbeit produzierte Nek Chand – zunächst heimlich – mehr als 2500 Figuren aus Abfällen, wie beispielsweise Scherben aus Keramik und Porzellan, „,bangles“ (Armreifen), Alteisen etc., die er auf den Baustellen oder im Müll fand. Mit seinem Fahrrad fuhr er aus Chandigarh in die Himalayas und sammelte Steine. So gab er dem Abfall eine neue Form und Nachhaltigkeit. In seinen Skulpturen spiegelt sich sein Traum einer intakten göttlich inspirierten Welt mit Menschen und Tieren wider. Möglicherweise wollte er ein paradiesisches Königreich für Götter im Dschungel Nordindiens schaffen. Die Differenz – in Hinblick auf jede einzelne Skulptur und die Gesamtheit seines Skulpturengartens – zu der künstlich auf dem Reißbrett entstandenen Stadt ist beachtlich. Zunächst war seine Schöpfung illegal, erst 1976 bzw. 1988 wurde der Rock Garden, der sich auf einem riesigen Areal in Chandigarh befindet, offiziell eröffnet. Mittlerweile zählt er zu den bedeutenden touristischen Attraktionen der Stadt. Unter der Leitung Nek Chands entstand ein zweiter Rock Garden in Malampuzha Village, Kerala. Obwohl ein autodidaktischer Einzelgänger wurde Nek Chand zu einem der ganz bedeutenden indischen Künstler. Seine Skulpturen finden sich beispielswei-

se im Museum of Everything des Londoner Sammlers James Brett, und in der Audrey B. Heckler Collection, USA.

 

Ausgewählte Werke